Wenn man ein Glas oder einen Teller fallen lässt, dann entsteht ein lautes, schepperndes Geräusch. Wenn ein Fenster zerbricht, ein Tischbein zersplittert oder ein Bild von der Wand stürzt, kann man es hören. Aber wenn das Herz bricht, geschieht es vollkommen lautlos. Eigentlich würde man denken, weil es so wichtig, so schwerwiegend ist, macht es einen Mordskrach, oder es erklingt vielleicht eine Art zeremonieller Ton, ein symbolischer Gong, eine Glocke. Aber es passiert lautlos, obwohl man sich beinahe wünscht, da wäre ein Laut, der einen von dem Schmerz ablenkt.

Dienstag, 23. März 2010

Weil beste Freunde unzertrennlich sind.. Dachte ich.

Ich wusste, dass er nicht einfach nur irgendein Junge war, nein. Er hatte zu mir gehört, daran war nichts zu ändern. Auch heute gehört er noch auf irgendeine, seltsame Weise zu mir. Weil ich seine Anwesenheit spüren kann, ohne ihn zu sehen. Ich vermisse all das, was ich damals zu lieben begonnen hatte. Ich liebte, wie er aß. Wie er mich ansah. Wie er sprach. Wie er seine Haare stylt. Wie er lief. Wie er sprang. Wie er eine Schnute zog. Wie er schrieb. Wie er atmete. Wie er mich umarmte. Wie er mich ärgerte. Wie er lachte oder lächelte. Wie er mich sprachlos machte. Wie er seine Schuhe anzog. Wie er tollpatschig war. Wie er mich angerufen hat. Wie er gernevt die Augen verdrehte. Wie er seuftzte. Wie er den Kopf schüttelte. Wie er sich meldete, im Unterricht. Wie er grinste, wenn irgendetwas geschehen war. Wie er von seiner Mutter erzählte. Wie wir uns eine Zukunft in einer WG ausmalten..


Ich hatte noch so viel vor, mit ihm zu erleben. Kleine und Große Abenteuer, die auf uns warteten. Doch das ist Vergangenheit. Ich sehe dass noch nicht ein, nein, aber ich weiß es. Und so schwer es mir auch fällt, ich versuche immer mehr, ihn loszulassen. Auch, wenn es an manchen Tagen, an denen ich abgelenkt bin, klappt - es kommen immer wieder die zahlreichen Tage, an denen ich alleine bin und Zeit zum nachdenken habe. Dann frage ich mich, wieso er mich nicht noch einmal anrufen kann und fragen, ob wir uns treffen möchten. Dann frage ich mich, wieso sich überhaut etwas ändern musste. ich stelle fest, wie unfair diese Welt ist. Weil ich ihn verloren habe. Mein Licht, in der Dunkelheit; meine zweite, bessere Hälfte. Meinen Clown. Meinen Anker, der mich in dieser Welt hält. Der eine Junge, den ich mehr vermisse, als alles andere und den ich, trotz all des Schmerzes in den letzten Momanten, ohne zu zögern wieder an mich drücken würde, wenn er es zuließe. Es ist gemein, wie viel Macht ein Mensch hat, wenn ein anderer ihn liebt. Egal auf welche weise. Und ich weiß, dass ich ihn auch hasse, für alles.


Doch wo hört Liebe auf, wo Hass beginnt?

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